Rückblick

Die in schnellen Schritten heraneilende dunkle Jahreszeit lädt zu einem träumerischen Rückblick auf den Sommer ein. Der Sommer fing vielversprechend an. Schon im Juni konnten wir im Fjord und in den Seen baden gehen. Und auch im August war es mit um die 25 Grad sehr angenehm. Allerdings hätten wir besonders in unserem Urlaubsmonat Juli gut und gern ein bisschen Regen ins staubige Deutschland schicken können. Vor zwei Jahren sind wir auf den Lofoten so richtig durchnässt worden (siehe Blogeintrag „Lofoten“ vom September 2018), während im südlichen Norwegen super Wetter war. Wie ich neulich durch ein Missverständnis lernen musste, bezeichnet „Südnorwegen“ übrigens die Gegend zwischen Oslo und Trondheim, und nicht nur die südliche Küste Norwegens; dabei liegt Trondheim von Oslo aus gesehen schon ganz schön weit nördlich. Dieses Mal war das Wetter beinahe umgekehrt. Wir sind bei durchwachsenem Wetter in den Fjorden herum getingelt, während uns aus dem Radio die freudige Nachricht von Wärme und Sonne in Nordnorwegen verfolgte. Doch gern berichte ich trotzdem davon: Zuerst waren wir im Reinheimen-Nationalpark mit dem Zelt unterwegs, ein Winterurlaubstag inklusive: Wir mussten einen etwas höheren Pass (1500m) im Schneetreiben überqueren. Die Erleichterung war groß als wir auf der anderen Seite herunterkamen und etwas Grün sahen. Insgesamt war es auch im Grünen recht kühl, aber der Körper stellt sich erstaunlich schnell um, so dass beim Wandern selbst auch ein T-Shirt genügt hat. Abends mussten wir uns dann in den eiskalten (Gletscher-)flüssen waschen; das hat etwas Überwindung gekostet. Danach haben wir uns ein paar Tage in unserer Lieblingsregion Møre og Romsdal ausgeruht, das heißt Tageswanderungen unternommen. Während der Schnee im Reinheimen und bergauf eine ganzschöne Herausforderung für die Kondition ist, macht er bergrunter umso mehr Spaß (Stichwort Poporutschen). Die zweite Mehrtagestour mit Zelt begann mit zwei Tagen Dauerregen, bei dem sogar die Sachen im Rucksack nass geworden sind. Doch die darauffolgenden drei Tage Sonnenschein ließen uns die Strapazen zuvor schnell vergessen. Abgerundet wurde der Urlaub mit Mountainbiken an der schwedischen Grenze. Dazu im nächsten Blogeintrag mehr.Nach dem Urlaub hatte ich einige Umstellungsschwierigkeiten. In den ersten Nächten Zuhause bin ich regelmäßig aufgewacht und dachte, ich läge draußen in den Bergen im Schlafsack. Die Lichtstreifen, die von draußen ins Schlafzimmer drangen, interpretierte ich als Schneefelder in der Ferne. Es dauerte einige Minuten bis ich verstanden habe, dass das nicht sein kann. Und noch ein paar Minuten bis ich verstanden habe, wo ich eigentlich bin. Ein bisschen Kultur rundete unseren Urlaub ab. In Jevnaker, ca. eine Stunde Autofahrt von Oslo entfernt, hat das Kistefos-Museum im letzten Jahr eröffnet. Es hat uns aufgrund der vielen unterschiedlichen Themen Papierfabrik, Kunst und Installationen sowie dem Einklang mit der Natur drum herum sehr gut gefallen. Die schönsten Bilder aus diesem Urlaub gibt es hier.

Aus aktuellem Anlass wurde ein geplanter Urlaub in Deutschland zu einem Notfallurlaub in Norwegen. Zumindest gab es als Entschädigung gutes Wetter, tolle Wanderungen und bunte Herbstfarben. Die schönsten Bilder aus der gleichen Region wie im Sommer gibt es hier zu sehen.

Wer mich kennt, weiß, dass ich nun ungeduldig auf den ersten Schnee warte. Neue, bequemere Skischuhe sind gekauft und die Ski werden nächste Woche zur „Grundpräparierung“ gebracht.

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